Perlentaucher - Online Kulturmagazin mit Presseschau, Rezensionen, Feuilleton

zuletzt aktualisiert 21.08.2026, 14.03 Uhr
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Aus dem Archiv
  • Perlentaucher-Debatte Literaturkritik im Netz: Angestoßen von Wolfram Schütte. Mit Beiträgen von Sieglinde Geisel, Jan Dress und anderen
  • Daniele Dell'Agli: Aufruhr im Zwischenreich: Plädoyer für eine Befreiung des Themas Sterbehilfe aus dem Griff der Politik und mit ihr paktierender Verbandseliten
  • Monotheismus-Debatte im Perlentaucher: Angestoßen von Jan Assmann. Mit Beiträgen von Klaus Müller, Peter Sloterdijk und anderen
  • Die Beschneidungsdebatte: im Perlentaucher und in anderen Medien
  • Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
  • Der dänische Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
  • Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
  • Der 11.September: Eine Presseschau
  • Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Perlentaucher-Autoren
  • Götz Aly
  • Elke Schmitter
  • Angela Schader
  • Marie Luise Knott
  • Thierry Chervel
  • Benita Berthmann
  • Lukas Pazzini
  • Thekla Dannenberg
  • Lukas Foerster
  • Thomas Groh
  • Andre Glucksmann
  • Jürgen Habermas
  • Richard Herzinger
  • Necla Kelek
  • Georg Klein
  • Daniele Dell'Agli
  • Peter Truschner
  • Wolfgang Kraushaar
  • Matthias Küntzel
  • Eva Quistorp
  • Anja Seeliger
  • Martin Vogel
  • Arno Widmann
zum Archiv der Perlentaucher-Autoren.

Perlentaucher-Fakten

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Rezensionsnotizen
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Bücher
38641
Buchautoren

Übersicht

INTERVENTION

Jene mühsam erkämpfte Freiheit

28.07.2026. Nach dem CSD-Attentat fragen die Medien nach einem möglichen Versagen der Behörden, zu diesem Zeitpunkt sicher zurecht. Aber das eigentliche Versagen lag vorher. Der Attentäter Abdul Ballout war Deutscher. Er sprach Deutsch. Er ist auf deutsche Schulen gegangen. Er wurde von deutschen Lehrern betreut. Ballout ist trotz seiner deutschen Sozialisierung abgedriftet. Was sagt das über die Qualität der Sozialisierung? Über einen Elefanten im Raum. Von Thierry Chervel. Mehr...

MIND THE GAP

Zwischenredestromland

21.07.2026. Der Perlentaucher hat mit "Toledo", dem Programm des Deutschen Übersetzerfonds, eine neue Kolumne - "Mind the Gap" gestartet: Hier geht's ums Übersetzen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. Im zweiten Teil der Kolumne schreibt die Russisch-Übersetzerin Olga Radetzkaja: "Es sollte mich nicht wundern, wenn gerade übersetzte Literatur wegen der Extraportion Leben, die sie enthält, zum begehrtesten Rohmaterial zählt, mit dem die synthetischen Gehirne der großen Sprachmodelle gefüttert werden." Von Olga Radetzkaja. Mehr...

EIN WORT GIBT DAS ANDERE

Der Hartmut in einem Nebensatz

14.07.2026. An heißen Tagen kann man etwas Kühlendes lesen, Flaubert zum Besipiel. Man kann sich aber auch in die Rostlaube begeben und Hartmut Rosa bei einem Gespräch "zur Beziehung von Bürgerschaft und Demokratie" mit dem Peter und dem Stefan folgen. Klar, es geht den Bach runter. Dazu gibt es viele Daten. Aber es geht den Bach auch wieder rauf. Im Grunde war es so, wie es bei jeder Party ist, auf dem Balkon nach Mitternacht, wo die Raucher und die Nichtraucher am Ende eine Gemeinschaft bilden. Von Elke Schmitter. Mehr...

ESSAY

Was lief schief mit Omer Bartov?

14.07.2026. Omer Bartov ist ein renommierter Holocaustforscher. Er missbraucht dieses Renommee, um seiner Polemik gegen Israel Gewicht zu verleihen und wird dafür verehrt - zuletzt in seinem Buch "Israel: What Went Wrong". Nur hält diese Polemik den wissenschaftlichen Kriterien, die er  in seinen historischen Büchern einst befolgte, überhaupt nicht stand. Sie behauptet, aber sie belegt nicht. Erkenntnisse aus vierzig Jahren Forschung zu Holocaust und Israel ignoriert Bartov. Und sein an Israel gerichteter Vorwurf der Empathielosigkeit fällt auf ihn selbst zurück. Von Jeffrey Herf. Mehr...

INTERVENTION

Gegen die destruktiven Entwicklungen

10.07.2026. Die taz brachte neulich ein ganzes Antifa-Dossier, und darin einen Text, der von der eigenen Anständigkeit so betört war, dass er leider das Denken vergaß. Er sah die Menschlichkiet nur auf der einen Seite, der eigenen. Gegen diese Art von Glauben hilft nur eins: Ideen. Von Karl-Josef Pazzini, Lukas Pazzini. Mehr...

INTERVENTION

Herzingers Kassandrarufe

02.07.2026. Im Oktober letzten Jahres ist der Autor und Perlentaucher-Kolumnist Richard Herzinger im Alter von 69 Jahren gestorben. Heute erscheint der Band "Letztes Wort Freiheit" mit Essays Herzingers seit 1992. Es geht um Heiner Müller, deutsche Intellektuelle nach Srebrenica, den 11. September, Botho Strauß, die 68er, die RAF, die Gefahr des Rechtsextremismus, die Ukraine, - und viele andere Themen. Herzinger war mehr als ein Leitartikelschreiber - seine Essays gehören in die große Tradition antitotalitären Denkens. Aus den Essays bringen wir aus Anlass des Erscheinens einige Gedankensplitter, die zeigen, wie früh Herzinger jene Tendenzen benannte, denen die Demokratien heute zu erliegen drohen. Von Thierry Chervel, Richard Herzinger. Mehr...

EIN WORT GIBT DAS ANDERE

Eine Art von sozialem Vertrauen

25.06.2026. Fünfzig Jahre Courage: Ein Abend in der Bar jeder Vernunft erinnerte an die berühmte feministische Zeitschrift. Und an einen Feminismus, in dem mehr die Rede von dem war, was gemeinsam erreicht werden kann als von partikularen Identitäten. Politik war mehr durch die Richtung bestimmt, in die man wollte, als von den Wurzeln, dem Hintergrund, der diskriminierenden Erfahrung. Von Elke Schmitter. Mehr...

INTERVENTION

Giftige Brühe

22.06.2026. "Ich habe mich entschieden, es einen Genozid zu nennen", sagte Ines Schwerdtner von der Linkspartei auf dem Parteitag. Die Delegierten jubelten. Dieser Satz verdient es, näher betrachtet zu werden. So wie Sally Rooneys Satz. "Die Befreiung Palästinas bedeutet die Befreiung der Welt." Israel wird zur Obsession - nicht nur der Linken: Im Hass auf Israel fusionieren die totaliären Ideen.  Von Thierry Chervel. Mehr...

MIND THE GAP

Alle vier Jahrzeiten überstanden

22.06.2026. Der Perlentaucher und das "Toledo"-Programm des Deutschen Übersetzerfonds starten eine Zusammenarbeit. Der Perlentaucher wird auf die "Toledo"-Journale verweisen, in denen ÜbersetzerInnen über ihre Arbeit an ganz konkreten Büchern reflektieren. Und wir starten zusammen mit "Toledo" eine neue Kolumne - "Mind the Gap": Hier geht's ums Übersetzen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. Den Start macht die Chinesisch-Übersetzerin Karin Betz: "Literaturübersetzung ist kein Rechenexempel, sie ist im besten Sinn unberechenbar." Von Karin Betz. Mehr...

INTERVENTION

Das rot-braune Phänomen

11.06.2026. Die republikanische Linke in Frankreich ist einst im Zeichen der Dreyfus-Affäre als ein anti-antisemitisches Lager entstanden.  Der Antisemit war der politische Gegner. Das hat sich verschoben. Ein großer Teil der Linken legt eine Judophobie an den Tag, die nicht einfach ein moralischer Fehler ist, sondern den Verlust des Bezugspunkts bedeutet, der ihrer Geschichte einen Sinn gab. Das führt zu einer Annäherung der Linken an den Faschismus, die die israelische Linke mit aller Kraft bekämpfen muss. Von Eva Illouz. Mehr...

ESSAY

Liebe, Rache, Algorithmus

05.06.2026. Microdramen erreichten in China vergangenes Jahr bereits knapp 700 Millionen Nutzer, auch in Nordamerika und Europa werden sie bereits produziert: Vulgäre Seifenopern fürs Smartphone, billig produziert - von Klick zu Klick geht es von einer grobschlächtigen Szene zur nächsten. Der gut situierten Großstädterin gefällt's: Die nächste Stufe der Industrialisierung des Erzählens ist erreicht. Von Tilman Baumgärtel. Mehr...

EIN WORT GIBT DAS ANDERE

Kampf und Kommunikation

01.06.2026. In seiner Droysen-Lecture setzte Andreas Wirsching Geschichtswissenschaft und Gegenwart in Beziehung und nahm dabei drei große Vorgänger unter die Lupe: Thomas Macaulay, Jules Michelet und Heinrich von Treitschke. An dieser Stelle wurde mir die Vorgeschichte meines "Gefühls für Geschichte" schlagartig erhellt, und ich fragte mich, wie einst als Kind: Was hat das mit meinem letzten Weihnachtsgeschenk, dem schimmernden Nicky mit Feinrippbund zu tun? Von Elke Schmitter. Mehr...

EIN WORT GIBT DAS ANDERE

Lebensumstände, Unsicherheit, Sinnfragen etc.

12.05.2026. Einsamkeit ist keine Erkrankung, lehrte Prof. Dr. Mazda Adli, aber ein Modus, der Erkrankungen ermöglicht. Schuld ist der Kapitalismus. Um zu dieser Erkenntnis zu gelangen, musste man sich einen Weg durch enorme Schneisen und Flächen bahnen und entkräftet auf einer puppenrosa Riesenmöblierung Platz nehmen. Aber die Neurowissenschaften boten Trost: Unser Hirn ist plastisch und lebenslänglich zu Veränderung bereit. Von Elke Schmitter. Mehr...

ESSAY

Im Haifischbecken der Aufmerksamkeitsökonomie

06.05.2026. Reels sind merkwürdige Hybride, ein Bastard aus den Eigenschaften der oralen Kultur und der Schrift- und Druckkultur. Einerseits bedienen sie sich in der Rede oft rhetorischer Mittel, die man bereits seit der Antike kennt. Andererseits sind sie aufgezeichnet und damit fixiert - wiederholt rezipierbar wie ein Text. Einübung in die "tertiäre Oralität", am Beispiel der steuerpolitischen Kommunikation von Zohran Mamdani. Von Tilman Baumgärtel. Mehr...

EIN WORT GIBT DAS ANDERE

Mau empfiehlt Zirkuszelte

28.04.2026. Auf der Bühne sitzen an diesem Nachmittag zwei ehemalige Einzelhäftlinge aus Belarus. Sie heißen Maria Kolesnikowa und Maxim Znak. Sie war, vor ihrem Verschwinden in der Frauenstrafkolonie IK-4, für viele "das Gesicht" der belarussischen Opposition. Ein herzförmiges, ein geradezu strahlend herzliches Gesicht, das noch beim Prozess gegen sie, im Herbst 2021, zu leuchten schien vor Zuversicht und moralischer Klarheit. Nun sitzt sie da, weiß geworden unter der jahrelangen Tortur, die Lippen rot, das Lächeln unbegreiflich unverändert. Über das taz-Lab. Und über das Überleben mit Prada. Von Elke Schmitter. Mehr...

EIN WORT GIBT DAS ANDERE

Er meint es natürlich luhmannhaft

17.04.2026. Es geht um Liebe. Es hat kaum eine halbe Stunde gedauert, da hat Thorsten Peetz das Markt-Modell abgeräumt. In seiner Antrittsvorlesung an der Internationalen Psychoanalytischen Universität Berlin schlägt er ein anderes Modell vor, um die heutige digitale Partnersuche zu beschreiben, das der Organisation. Die Bäume aber grünen zart, die Tulpen leuchten, und die Kuscheltiere werden ausgesetzt. Von Elke Schmitter. Mehr...

ESSAY

Kinder, wie die Zeit vergehen wird

07.04.2026. Der Horizont des Möglichen droht perspektivisch zum ersten Mal zu schrumpfen, weil unentwegt Tatsachen geschaffen werden, die den Spielraum des Gestaltbaren verengen und das Noch-nicht in ein Schon-weg verwandeln. Die Klimabeschlüsse des Bundesverfassungsgerichts und anderer Gerichte wollten diese Drift bekämpfen. Sie werden jetzt von einer Fraktion hintergangen werden, der es angeblich um die "Bewahrung der Schöpfung" zu tun ist. Mit Vladimir Jankélevitch und Peter Sloterdijk wäre zu fragen,  wann wir "imstande sein werden zu begreifen, auf welchen Festen wir uns in jüngeren, blinderen Jahren zerstreuten?" Von Daniele Dell'Agli. Mehr...

EIN WORT GIBT DAS ANDERE

Stabile Helligkeit

30.03.2026. Ulrike Herrmann wurde von Kevin Kühnert befragt, zu ihrem neuen Buch, in dem es um Kapital und Kriege geht - das Thema der Stunde also.  Sie sprach zum höflichen Staunen Kühnerts über 3,5 Prozent für Verteidigungsausgaben (und "das ist ja nicht viel"), Konzentrationsprozesse in der Rüstungsindustrie und Europa auf dem Weg in eine Finanzierungs- und Verteidigungsunion. Von Elke Schmitter. Mehr...

EIN WORT GIBT DAS ANDERE

Grinsen im Reptiliengesicht

27.03.2026. Wolfgang Ullrich und Titus Blome diskutieren in Berlin über die Memokratie in den USA und über die Unfähigkeit der Linken, mit eigenen Memes - der heute erfolgreichsten popkulturellen Kommunikationsform - dagegen zu halten. Zu lahm? Oder einfach nicht sadistisch genug? Von Elke Schmitter. Mehr...

INTERVENTION

Disput am Tisch

18.03.2026. Zwischen dem Land des Despoten und allen anderen Ländern müsste eine Wüste liegen. Zu spät. Vor hundert Jahren wäre es noch möglich gewesen, den Despoten zu isolieren. Stattdessen wurde er umschmeichelt, man ließ sich auf Geschäfte ein mit ihm im Glauben, das stimme ihn mild. Doch ewig wird es nicht so bleiben, die Abnutzung kommt... Von Lacy Kornitzer. Mehr...

EIN WORT GIBT DAS ANDERE

Das Staatsbürgerliche der eigenen Existenz

13.03.2026. In der Urania unterhielten sich Roderich Kiesewetter und Christian Mölling, beides Experten, beide sehr ernst, über den drohenden Krieg. Sie stecken in einem Dilemma: wie ist dem deutschen Michel und seiner Schwester, die nach Jahrzehnten entsprechender Sozialisierung zu äußerster Harmlosigkeit herangereift sind, die Dringlichkeit der Lage bewusst zu machen? Von Elke Schmitter. Mehr...

INTERVENTION

Wunsch nach Orientierung

09.03.2026. Kaum hatten die Feuilletons die Diskussion um die Berlinale und ihre Chefin Tricia Tuttle verkraftet, mussten sie sich einer neuen Herausforderung stellen: Der zuverlässig instinktlos agierende Kulturminister Wolfram Weimer hatte ein paar harmlose linke Buchläden von einer Preisliste gestrichen, die eine willkommene kleine Subvention mit sich bringt. Kuriosität am Rande: Einst waren Buchhandlungen stolz darauf, keine Staatsgelder zu wollen. Von Peter Mathews. Mehr...

EIN WORT GIBT DAS ANDERE

Sportlich soll es laufen, klar

26.02.2026. Die Soziologiestars Stephan Lessenich, Steffen Mau, Heinz Bude und Koloma Beck (in der Reihenfolge ihres Auftretens) stellten sich im Berliner Renaissance-Theater einem "Battle" zur entscheidenden Frage ihrer Disziplin: Aus welcher Denkschule kommst Du? Es gab keine Sieger, aber viele Verletzte. Das dankbare Publikum gehörte nicht dazu. Von Elke Schmitter. Mehr...

INTERVENTION

Plädoyer für ein Russland-Tribunal

23.02.2026. Gewiss Wladimir Putin erkennt internationale Gerichtsbarkeit nicht an und meidet Länder, die ihn an den Internationalen Strafgerichtshof ausliefern würde. Das sollte demokratische Länder aber nicht davon abhalten, vier Jahre nach Beginn seines zweiten mörderischen Überfalls auf die Ukraine zumindest ein virtuelles Tribunal unter Einbeziehung kompetenter Rechtsgelehrter und Heranziehung aller Beweisquellen abzuhalten. Je eher sich ein solches Tribunal an völkerrechtliche Regularien hielte, desto effektiver würde es Putin und die Putinisten bloßstellen. Von Claus Leggewie. Mehr...

EIN WORT GIBT DAS ANDERE

Auf dem Mars ein Spiegelei

16.02.2026. Jill Lepore sprach bei den "Hegel lectures" über den Aufstieg und Fall des "Artificial State". Im jetzigen Stadium sei der "Artificial State" nur mehr eine Agentur eines Kumpelnetzwerks, das man samt Teflon-Pfannen ins Weltall schicken möchte. Aber der Aufstieg begann laut Lepore nicht erst im digitalen Zeitalter, sondern bereits mit dem ersten Wahlkampf John F. Kennedys. Und der Fall? Von Elke Schmitter. Mehr...

EIN WORT GIBT DAS ANDERE

Alle sagen "Nie wieder!"

30.01.2026. Michel Friedman lud anlässlich des Holocaust-Gedenktages Hape Kerkeling ins Berliner Ensemble um ihn zu fragen: Was hat sie versäumt, die Nie-wieder!-Generation, die Kerkeling verkörpert? Warum sitzen wir jetzt hier und sorgen uns um eine rechtsradikale Partei, die immer weiter wächst? Von Elke Schmitter. Mehr...

INTERVENTION

Benennen und sprengen

21.01.2026. Gern wird beim Thema "Linke und Iran" auf Michel Foucaults begeisterte Äußerungen zur iranischen Revolution hingewiesen. Gut so, aber die deutsche Geschichte beginnt früher und war eher noch fataler. Und der Schulterschluss der Linken mit den iranischen Mullahs setzt sich auch lange nach der Revolution noch fort. Von Thierry Chervel. Mehr...

EIN WORT GIBT DAS ANDERE

Hausmeister unserer Schöpfung

11.01.2026. Beherrschen wir die Künstliche Intelligenz oder sind wir schon ihre Diener? Das fragte der schwedische Ideenhistoriker Johan Fredrikzon kürzlich in einem Vortrag an der Freien Universität Berlin. Aber das Herr-Knecht-Verhältnis war schon immer ein kompliziertes, wusste Gontscharow (von Loriot ganz zu schweigen). Weil es ein menschliches ist. Nur die Maschine hat davon keine Ahnung. Von Elke Schmitter. Mehr...

ESSAY

Gemein mit einer Sache

07.01.2026. Nicht dass Sophie von der Tann, die ARD-Korrespondentin in Israel, keine Kritik verdiente. Aber die Debatte, die aus Anlass des Hanns-Joachim-Friedrich-Preises über ihre Arbeit entbrannte, war zu personalisiert: Ihre Verteidiger konnten sich dahinter verstecken und behaupten, sie gegen eine Kampagne in Schutz zu nehmen. Dabei ist von der Tann kein Einzelfall. Sie verkörpert die antiisraelische Tendenz der öffentlich-rechtlichen und leider auch vieler privater Medien: Man framed, leugnet und schweigt und verzichtet auf die Korrektur von Fehlinformationen. Eine Bestandsaufnahme mit vielen Belegen.  Von Daniel Rotstein. Mehr...

INTERVENTION

Korrupte Justiz

16.12.2025. Die rumänische Justiz war zwischen 2013 und 2018 enorm erfolgreich mit ihrem Kampf gegen die verbreitete Korruption. Inzwischen hat sich das Rad wieder gedreht, wie eine Recherche der rumänischen Journalistenplattform Recorder belegt. Mehr über die Hintergründe Von Luca Oprea-Calin. Mehr...

SOS: USA

Treibende Kräfte

01.12.2025. "Demokratien existieren, bis sie nicht mehr existieren", schrieb Erwin Chemerinsky. Kann es sein, dass die amerikanische Verfassung, die auf ein ländliches Amerika des 18. Jahrhunderts zugeschnitten ist, für die heutige Realität nicht mehr funktioniert? Aber wozu sollte ein neuer Verfassungskonvent in einem derart polarisierten Land führen? Die Rechte hat kulturelle Hegemonie erlangt, während die Linke sich zerstreitet wie in der Weimarer Zeit. Abschluss unserer kleinen Serie zur Krise der amerikanischen Demokratie. Von Mitchell Cohen. Mehr...

EIN WORT GIBT DAS ANDERE

Keinerlei Ohnmacht im Saal

27.11.2025. Als Vedran Dzihić von der ungeheuren Stille spricht, die an den Gedenktagen über Bosnien liegt, wird die Stille im Raum präsent. Sie hat nicht nur mit dem Thema zu tun. Für manche vielleicht berührt sie, wie bei mir, eine schuldbewusste Erinnerung an die kognitive Abwehr, die mit diesem Krieg verbunden war. Das harmlos-eruptive Betonen, wie kompliziert das alles sei, wie mühsam zu verstehen. Eine Diskussion über dreißig Jahre Dayton-Abkommen im Berliner Ensemble. Von Elke Schmitter. Mehr...
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Archiv: Presseschauen

Ab Himbeerrot tut es weh

21.08.2026.Die FAZ bewundert die flagellantische Russlandaustreibung der litauischen Theatermacherin Agnietė Lisičkinaitė. Außerdem applaudiert sie Cyril Aris  Spielfilmdebüt "A Sad and Beautiful World" über den Krieg im Libanon. Die FR blickt in Frankfurt melancholisch auf eine Zeit zurück, in der Grafikdesign ohne KI möglich war. Die taz tritt mit Catherine Christer Hennix in Karlsruhe durch die Schwingtüren des Transfeminismus.

An einer roten Ampel

21.08.2026.Russland tötet systematisch Zivilisten, und es attackiert systematisch die ukrainische Kultur, stellt der Tagesspiegel fest. Der entlassene Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow ruft unterdessen laut SZ zu Neuwahlen in der Ukraine auf. Was russische Kultur ausmacht, wird jetzt im Ausland von Exilanten definiert, sagte Irina Scherbakowa bei den "Tagen des Exils". Berlin ist zwar nicht mehr arm, aber auch nicht mehr sexy, stellt die FAZ fest. 

Um die 50 000 Zivilisationen

18.08.2026.Dekoder stellt den belarusischen Schriftsteller Uladsimir Karatkewitsch vor, dessen Bücher 42 Jahre nach seinem Tod in Belarus verboten werden. Foreign Affairs fordert die Vereinten Nationen auf: Hört auf die afghanischen Frauen. Das lyrische Ich ist immer eine Konstruktion, erinnert die Autorin Krisztina Tóth in Elet es Irodalom, auch in der Autofiktion. Eurozine erklärt den Zusammenhang zwischen Blutwurst und Botox. Der New Yorker erzählt eine Geschichte von Kuru, Kolonialismus und Kannibalismus, von Päderastie ganz zu schweigen.

Transversale Reisen durch die Welt der Romane

09.04.2024.Verlagsporträts: Literarische Diverse Gespräch mit der Verlegerin Yasemin Altınay & ein solidarischer Kleinverlag für Kinder- und Jugendbuchautoren: Lieferbar  - Buchkritiken zu B. Travens "Totenschiff" & Wolfgang Schäubles "Erinnerungen"  - Deutschlandfunk-Hörfunk-Tipps: Europäische Jazz-Vielfalt & Hörspiel "Schnitte" von Rolf Dieter Brinkmann ...

Loops und Klänge

06.06.2014.Das New York Magazine feiert den Schlock. Das Zeit Magazin besucht Edward Snowdens Anwälte. Alexander Kluge plaudert über den Tag, an dem Hitler Selbstmord beging. Und die Vogue interviewt den Kriegsfotografen Peter van Agtmael.

Archiv: Bücher

Sprachschrauben lockern

21.08.2026.Die FAZ erkundet mit Anne Weber den Graben, der die Poesie von der Erzählkunst trennt. Mirko Bonné verdankt sie ein Bravourstück über die Bonner Republik. Die FR kürt Elspeth Barkers Roman "O Caledonia" zum Klassiker. Mit Banu Mushtaq begleitet sie Frauen, die in Indien gegen das Patriarchat kämpfen. Der Dlf empfiehlt Gerd Hankels Essay über den Begriff des "Völkermords". Und Dlf Kultur lernt von Antonio Damasio: Insekten haben immer noch mehr Bewusstsein als KI.

Ich ziehe / alle sprachen / aus / die ich trage

20.08.2026.In der FAZ liest Claus Leggewie fasziniert, wie die Tierforscherin Christine Webb dem "arroganten Affen Mensch" gründlich die Überheblichkeit austreibt. Die SZ folgt nicht minder eingenommen Samuel Becketts Tagebuchnotizen über Nazi-Deutschland. Die Welt lernt von Christoph Koch, wie Chatbots der Psyche schaden. Die Zeit staunt, wie Emma Cline sich in die Psyche ihrer Helden saugt. Der Dlf liest amüsiert, wie Marie Iljasenko in ihren tschechischen Gedichten Turmfalken auf barocke Architektur scheißen lässt. Und der Dlf Kultur lauscht mit dem jungen Mircea Cărtărescu einem verliebten Spülbecken.

staubstrecke der tauben pappsprache

19.08.2026.Die FAZ jubelt über Dorothea Grünzweigs "hypersensitive Fühlhaar-Poesie". Außerdem lüftet sie einmal mehr Eifler Familiengeheimnisse mit Norbert Scheuer. Die NZZ singt eine Hymne auf Emma Clines neuen Roman "In die Schweiz", in dem sich ein dementer Unternehmer für Sterbehilfe entscheidet. Die SZ entdeckt "neue Männerliteratur" von Clemens J. Setz und Tony Tulathimutte. Dlf vertieft sich in Marieke Reimanns Verteidigung Ostdeutschlands. 

Sie nennen es Baum

19.08.2026.Franz Kafka schrieb einmal, dass im Deutschen nur die Dialekte und außer ihnen nur das allerpersönlichste Hochdeutsch wirklich leben. In der Dichtung von Natascha Gangl vermischt sich Dialekt mit anderen Formen persönlicher Sprache. Eine Annäherung.

Literarisierung ihres Lebens

18.08.2026.Die FAZ bürstet mit Andreas Mayer "Freud gegen den Strich". Außerdem empfiehlt sie Christiane Hoffmanns Roman, der vom Freitod einer Freundin und den Versäumnissen des Westens erzählt. Die FR legt uns Michael Köhlmeiers autobiografischen Roman "Mein privates Glück" ans Herz. Die taz freut sich über Catherine Aduf Folawiyos Kinderbuch, dass von Cornrows, Selbstbewusstsein und Schwarzer Geschichte handelt. Die SZ runzelt angesichts des neuen Buchs von Ilko-Sascha Kowalczuk die Stirn. 

BuchLink: Aktuelle Leseproben. In Kooperation mit den Verlagen (Info)

Virginia Tangvald. Wir Kinder der offenen See - Roman. Penguin Verlag, München, 2026.Virginia Tangvald: Wir Kinder der offenen See
Aus dem Französischen von Nathalie Lemmens. Virginia wird 1986 im Karibischen Meer geboren. Wie schon ihre Geschwister vor ihr erblickt sie das Licht der Welt an Bord der…
Joseph J. Ellis. 1776 - Der Sommer der Revolution. C.H. Beck Verlag, München, 2026.Joseph J. Ellis: 1776
Der Sommer 1776 veränderte die Welt: Er brachte die Geburtsstunde der amerikanischen Nation und der amerikanischen Demokratie. In den Monaten von Mai bis Oktober bildete…
Emma Cline. In die Schweiz - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Emma Cline: In die Schweiz
Aus dem Englischen von Nikolaus Stingl. Irgendwann im nächsten Jahr wird sein Verstand ihn vollständig im Stich lassen, so die Prognose - und schon jetzt besteht die Welt…
Andreas Folkers. Fossile Moderne - Eine Naturgeschichte der Gegenwart. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Andreas Folkers: Fossile Moderne
Was immer der "Motor" moderner Gesellschaften sein mag, fossile Brennstoffe sind ihr Treibstoff. Gegenwärtige Formen von Freiheit und Fortschritt, Krieg, Kolonialismus und…

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