Aus dem Amerikanischen von Hainer Kober. Mit über 30 Schwarzweiß-Abbildungen. Walter Isaacson, der schon in seinen Büchern über Steve Jobs oder Leonardo da Vinci dem Zusammenhang von Kreativität und Freiheit nachspürte, arbeitet in seiner umfassenden Biografie Albert Einsteins heraus, wie dessen geniale wissenschaftliche Einbildungskraft nicht zuletzt auch der rebellischen Natur seiner Persönlichkeit entsprang. Er erkundet, wie Einstein zeitlebens und schon in den 1900er-Jahren als fantasiebegabter "Angestellter dritter Klasse" beim Schweizer Patentamt - ein mit den Widrigkeiten des Lebens kämpfender Vater in einer problematischen Ehe, dem trotz hervorragender Begabung Promotion oder Assistentenstelle versagt blieb - überlieferte Gewissheiten konsequent hinterfragte. Einstein nämlich begann sich dort zu wundern, wo andere nur Altbekanntes am Werke sahen. Niemand vor ihm, so macht Isaacson auf fesselnde Weise deutlich, ist den Geheimnissen im atomaren wie zugleich im kosmischen Maßstab so nahe auf die Spur gekommen wie er.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 10.01.2025
Rezensent Gerrit Stratmann liest Walter Isaacsons Einstein-Biografie mit Genuss. Lebendig wird das Jahrhundertgenie bei Isaacson, indem der Autor anhand von reichem Quellenmaterial, Briefen und Aussagen von Zeitgenossen das Bild eines sehr eigensinnigen, aber freundlichen Menschen zeichnet, so findet der Rezensent. Der umfangreiche Band zeigt laut Stratmann auch, welche Prinzipien Einstein in seinem wissenschaftlichen, politischen und religiösen Denken geleitet haben und bringt dem Leser Einsteins Menschenliebe und Pazifismus nahe.
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