Wir werden mit dem gleichen Gehirn geboren wie die Steinzeitmenschen vor 40.000 Jahren. Ungleich höher als damals ist jedoch die Menge und Komplexität der Informationen, die auf uns einströmen. Wer in einem Büro arbeitet, ist im Schnitt jede dritte Minute einer Unterbrechung ausgesetzt; auf dem Bildschirm eines Computers sind durchschnittlich acht Fenster gleichzeitig geöffnet. Kein Wunder also, wenn wir zuweilen das Gefühl haben, dass unser Fassungsvermögen nicht wirklich ausreicht. Wird die steigende Informationsflut dazu führen, dass wir alle unter Konzentrationsschwierigkeiten zu leiden haben? Oder tragen die gestiegenen Anforderungen vielmehr dazu bei, daß wir unsere Gehirne durch Training verbessern? Der Neurowissenschaftler Torkel Klingberg nimmt uns mit auf eine Reise zur Erforschung der Beschränkungen und der Formbarkeit, der Plastizität unseres Gehirns.
Als recht überzeugenden Ratgeber im Umgang mit der freilich mehr als hundert Jahre alten Angst, den Verstand zu verlieren, hat Rezensentin Elisabeth von Thadden dieses Buch des Stockholmer Neurowissenschaftlers gelesen. Nicht nur, dass Buch und Autor aus ihrer Sicht prinzipiell sympathisch rüberkommen. Auch inhaltlich findet sie die, durch "seriöse Spitzenforschung gestützten" und nichtsdestotrotz gut lesbaren und angenehm ausgeruhten Überlegungen zum Zustand unseres Gehirns im Zeitalter seiner Informationsüberflutung höchst hilf- und aufschlussreich. Es geht, wie die Rezensentin schreibt, um das Phänomen, wie man in der Flut der Anforderungen der Zeit, durch "Selbststeuerung" Überblick und Arbeitsfähigkeit behält. Allerdings findet die Rezensentin Torkel Klingenbergs Ausführung zur Frage, ob Unkonzentriertheit krankhaft ist, mitunter fast eine Spur zu gelassen, weshalb seine Lösungsangebote für sie gelegentlich mehr Fragen aufwerfen als beantworten.
Tony Tulathimutte: Fiasko Aus dem Amerikanischen von Stefanie Jacobs, Stefanie Ochel und Jan Schönherr. Ein erklärter Feminist fällt ins Wurmloch der Incel-Szene. Eine Frau versinkt in einer selbstzerstörerischen… Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Heinz Strunk: Memories of Heidelberg Heidelberg im Frühling! Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, möchten sich in der romantischen Kurpfalz mal einen richtig schönen Kurzurlaub… Miriam Carbe: Unerwünschte Töchter Die Familie eines deutschen Jahrhunderts: Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Sie lieben sich, sie tun sich weh, sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit.…