1 CD, 35 Minuten. Gelesen von Hans-Dieter Jendreyko. In den letzten Schaffensjahren Robert Walsers entstanden, stellt die "Die Ruine" eine kühne Komposition verschiedener Erzählstränge dar. Bindeglied und Allegorie des gesamten Textes ist jene Ruine, wo sich die Erzählungen schließlich treffen. Auf dem Weg dahin streift der Hörer Phasen und Orte aus Walsers Leben, sieht dessen Berliner Zeit und die späteren Jahre in Biel aufblitzen. Die Geschichte vergleicht das Leben eines Waisenknaben, der zum Direktor aufsteigt, mit der Existenz eines völlig erfolglosen Schriftstellers. Der Kontrast dieser beiden Leben wird jedoch zuletzt mit dem Tod relativiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.11.2011
Nach dem Hören von Robert Walsers Prosastück "Im Bureau" sollte man dringend auch zu Hans-Dieter Jendreykos Lesung von Walsers Text "Die Ruine" greifen, rät Rezensent Kai Sina. Denn dieses späte Werk Walsers sei geradezu ein "Memento mori der Gelassenheit" so Sina. Wie angenehm und erleichternd eine nihilistische Weltsicht sein kann, erfährt der Kritiker in diesem Text, in dem Walser mal von einer Havelfahrt, dann wieder von der Schriftstellerei berichtet - ohne jedoch die Bedeutungslosigkeit des menschlichen Daseins angesichts des Todes aus den Augen zu verlieren. Dank Jendreykos angenehm ruhigem Erzählton ein wahres "Hörerlebnis", lobt der Rezensent.
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