Karl Alber Verlag, Freiburg i.Br. 2026
ISBN
9783495988688 Kartoniert, 220 Seiten, 29
EUR
Klappentext
In 20 Bausteinen werden die der ökonomischen Rationalität innewohnende Vernunft, die Gerechtigkeit globaler Finanzwirtschaft und Gerechtigkeitsmodelle bei der Organspende erörtert. Das Bürgergeld und die Forderung nach einer Reichensteuer werden auf den Prüfstand gestellt. Und am Ende geht es um "die Steuermoral" eines Staates, der sich in der Nachkriegszeit trotz des Wiederaufbaus zahlloser Städte und der Integration von Millionen Flüchtlingen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten mit etwa 35 % des BIP zufriedengab, in einem längst wohlhabenden Gemeinwesen diesen Anteil aber nach und nach um die Hälfte auf ca. 50 % des BIP erhöht hat. Infolgedessen ist es nicht ungerecht, den Staat als die gierigste Instanz der Weltgeschichte einzuschätzen, zumal er seine Schulden - zulasten der Kinder und Enkel! - immer noch erhöht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.08.2026
Rezensent Achim Brosch wünscht sich offenbar ein weniger anthologisches neues Buch von Otfried Höffe zum Thema ökonomische Gegenwart. Die hier versammelten Vorträge und Feuilletons aus den Jahren 2004 bis 2022 sind allerdings gegliedert, und Höffes klarer, systematischer und pointierter Stil beglückt den Leser laut Brosch auch bei dieser Lektüre. Wer nicht nach dem Cover schielt und eine Abrechung mit "hypertropher Staatlichkeit" erwartet, also nicht enttäuscht wird, wie Brosch meint, den erwarten durchaus differenzierte Betrachungen zu Themen wie Steuern, Gesundheitswesen und Organspende (weniger zu KI oder Netzwerkökonomie), so Brosch. Alles in einem charmanten Mix aus Provokation und Vermittlung, meint Brosch wohlwollend.
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