Mit farbigen Abbildungen. Der junge Lübecker Poet und Anarchist Erich Mühsam (1878-1934) wird im Sommer 1910 von seinen besorgten Brüdern auf Kur in die Schweiz geschickt. Er findet sich dort in einem bürgerlichen und an seinen Talenten uninteressierten Umfeld wieder. Das Dichten fällt ihm schwer und sein Werben um eine hübsche Mitpatientin ist weitgehend erfolglos. Ständig plagen ihn Sexualität und Geldsorgen, während er darauf hofft, dass zumindest die bei ihm bestellten Chansontexte bezahlt werden.
Rezensent Ralph Trommer freut sich über Jan Bachmanns Debüt als Comic-Autor, in dem sich der Kurzfilmregisseur dem politischen Aktivisten und Mitinitiator der Münchener Räterepublik Erich Mühsam widmet. Inspiriert von Mühsams Tagebüchern aus dem Jahr 1910 hat Bachmann in Trommers Augen ein ebenso "krakeliges wie lebhaftes" Porträt eines jungen Querdenkers geschaffen, das vor allem die "(tragi-)komischen" Seiten von Mühsams Bohemeleben einfängt. Dem Rezensenten hat die Leichtigkeit des Comics gut gefallen, auch wenn er sich etwas mehr Ausblick auf die kommenden politischen Ereignisse gewünscht hätte.
Tony Tulathimutte: Fiasko Aus dem Amerikanischen von Stefanie Jacobs, Stefanie Ochel und Jan Schönherr. Ein erklärter Feminist fällt ins Wurmloch der Incel-Szene. Eine Frau versinkt in einer selbstzerstörerischen… Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Heinz Strunk: Memories of Heidelberg Heidelberg im Frühling! Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, möchten sich in der romantischen Kurpfalz mal einen richtig schönen Kurzurlaub… Miriam Carbe: Unerwünschte Töchter Die Familie eines deutschen Jahrhunderts: Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Sie lieben sich, sie tun sich weh, sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit.…