Andreas Höfele

Abweg

Eine Erzählung
Cover: Abweg
Weissbooks, Frankfurt am Main 2008
ISBN 9783940888228
Gebunden, 110 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Gibt es das? Dass einer verschwindet, ohne Grund? Dass einer sich in Geschichten verwickelt, die er sich ausgedacht hat? Dass Anfälle von Panik einen jungen Mann so erschüttern, daß er ins falsche Milieu gerät? Dass jemand ganz außer sich gerät und binnen kurzer Zeit dramatische Veränderungen erfährt? "Abweg" spielt in einer mittleren deutschen Universitätsstadt, die Würzburg heißen könnte, und, so der Autor selbst, "in den späten siebziger Jahren, von denen mal jemand gesagt hat: Wer sich an sie erinnert, hat sie nicht erlebt."

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.04.2008

Dorothea Dieckmann hat diese Erzählung von Andreas Höfele, in der ein Universitätsprofessor aus seiner gewohnten Welt ausbricht und in die alptraumhafte Atmosphäre einer Drückerkolonne abtaucht, gebannt verfolgt. In bewundernswert präziser Sprache und mit in ihrer Genauigkeit irreal anmutenden Bildern beschreibt der Autor eine "Angstneurose" und lässt in der wahnhaften Wahrnehmung des Professors das "Unheimliche" durchscheinen, das auch den Leser nicht unberührt lässt, so die Rezensentin fasziniert. Als "klaustrophobisch" und dabei durch seine strenge Komposition dennoch luzide preist die Rezensentin diese Geschichte, die, wenn sie immer wieder ins Unwirkliche abgleitet, nicht zuletzt auch an Kafka erinnert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 11.03.2008

Nur spärlich gibt Christoph Schröder preis, was genau ihn an der Geschichte über einen   selbstgewählten Abstieg in Deutschland im Jahr 1979 beeindruckt hat. Der Universitäsdozent und Familienvater Wieland bricht radikal mit seinem privilegierten Leben, um sich fortan unter neuem Namen in einer Drückerkolonne durchzuschlagen. Der Grund ist vermutlich eine Angstneurose und zu allem Überfluss gerät er in politisch motivierte Verwicklungen. Immerhin konzediert der Rezensent dem schmalen, "aufgeladenen und durchaus nicht harmlosen" Band von Andreas Höfele eine soghafte Wirkung.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 08.03.2008

Als "überaus spannendes und hochkonzentriertes Prosastück" über die bleiernen siebziger Jahre lobt Rezensent Jochen Schimmang Andreas Höfeles Novelle über einen Mann, der erst sein Büro in einer Universität in Brand setzt, dann seine Familie verlässt und eine neue Lebensform für sich sucht. Für den Rezensenten klingt "ein bisschen Lenz" ebenso mit, wie der Nachhall der RAF durch diese Prosa dringt. Manches könnte seiner Einschätzung zufolge sogar von Franz Kafka stammen, an dessen berühmteste Protagonisten ihn Höfeles Held Wieland erinnert. Trotzdem handelt es sich Schimmangs Einschätzung nach bei diesem Buch um etwas ganz Eigenes. Dazu trägt für ihn speziell die "fast traumwandlerische sprachliche Sicherheit" bei, mit der es geschrieben sei, ein merkwürdig zwischen Realismus und Traumprosa oszillierender Stil.

Beliebte Bücher

Tony Tulathimutte. Fiasko - Fiktionen . dtv, München, 2026.Tony Tulathimutte: Fiasko
Aus dem Amerikanischen von Stefanie Jacobs, Stefanie Ochel und Jan Schönherr. Ein erklärter Feminist fällt ins Wurmloch der Incel-Szene. Eine Frau versinkt in einer selbstzerstörerischen…
Eva Menasse. Alleinruhelage - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Eva Menasse: Alleinruhelage
Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.…
Heinz Strunk. Memories of Heidelberg - Roman. Rowohlt Verlag, Hamburg, 2026.Heinz Strunk: Memories of Heidelberg
Heidelberg im Frühling! Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, möchten sich in der romantischen Kurpfalz mal einen richtig schönen Kurzurlaub…
Miriam Carbe. Unerwünschte Töchter - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Miriam Carbe: Unerwünschte Töchter
Die Familie eines deutschen Jahrhunderts: Margarethe, Marianne, Monika, Miriam. Vier Generationen. Sie lieben sich, sie tun sich weh, sie kämpfen um ihre Unabhängigkeit.…