Bestellen Sie bei eichendorff21!Im FAZ-Interview erzählt der Historiker Jan Robert Weber, der auch ein Buch zum Thema geschrieben hat, von der Versklavung christlicher Europäer im Mittelalter - in der Forschung bisher ein blinder Fleck: "Die Quellen zeigen, dass Europa gleichzeitig mit Subsahara-Afrika das schreckliche Schicksal des permanenten Versklavungskriegs teilte. Beide waren Randzonen, slaving zones, die den Menschenbedarf der großen Zentren Byzanz und des Kalifats deckten." Zwischen "etwa 834 und 933 berichten die Quellen Jahr für Jahr von Versklavungszügen. Die Zahl der Verschleppten dürfte in die Hunderttausende gegangen sein - ich veranschlage ungefähr eine halbe Million." Die "USA und europäische Nationen müssen ihre Geschichte als Sklavenhaltergesellschaften selbstverständlich aufarbeiten. Aber Sklaverei reicht über zeitliche, räumliche und ethnische Grenzen hinaus. Die Geschichte des Mittelalters zeigt Weiße und Schwarze als Versklavte wie auch als Akteure von Menschenjagd und Menschenhandel. Sklaverei gehört nicht zum Wesen einer bestimmten Kultur oder Hautfarbe."
Sieben jüdische Bewohner - Überlebende des Holocausts - wurden getötet, als am Abend des 13. Februar 1970 das Gebäude der Israelitischen Kultusgemeinde in München in Brand gesetzt wurde. Das Gebäude diente als Seniorenheim und Gästehaus der jüdischen Gemeinde. Dieser Anschlag war lange vergessen, bis Wolfgang Kraushaar in seinem Buch "Wann endlich beginnt bei Euch der Kampf gegen die heilige Kuh Israel?" von 2013 dazu recherchierte. Aber die Täter waren keine Linken, wie er annahm, sondern ein Rechtsextremer, der im Jahr 1970 25 Jahre alt war und 2020 gestorben ist. Nach einer Mitteilung der Münchner Staatsanwaltschaft fasst Karin Truscheit in der FAZ die Ermittlungen der Münchner Polizei zu der Tat zusammen- zur Bestimmung des Täters, dessen Namen die FAZ nicht nennt, kamen sie durch späte Aussagen einer Frau, die ihn kannte. "Der nun ermittelte Tatverdächtige ist zwar tot, weswegen eine Anklageerhebung nicht möglich ist, doch nach Einschätzung der Generalstaatsanwaltschaft und des Staatsschutzes des Polizeipräsidiums München 'sprechen belastbare Gründe für die Täterschaft'. Die Ermittler hatten nicht nur Zeugen befragt, sondern auch die archivierten Akten der Staatsanwaltschaft München I und des Generalbundesanwalts ausgewertet."
Das kriegshistorische Museum Karlshorst in Berlin stellt Briefe aus der Sowjetunion aus, geschrieben kurz nach dem deutschen Überfall. "Fast siebzig Jahre lang lagen die Briefe von Rotarmisten wie Zivilisten aus Kamenez-Podolsk als Raubgut der Nazis in Wien. 2010 wurden sie an das Nationale Museum der Geschichte der Ukraine übergebe", erzählt Klaus Hillenbrand in der taz. "Es sind keine Sensationen, die nach 85 Jahren in den Briefen zutage treten. Die Botschaft lautet: Angst. Es ist die nackte Angst um das eigene Leben und um das der Geliebten, der Eltern, der Kinder. Dass diese Angst mehr als begründet war, ist bekannt. Aber auf diese Art und Weise von ihr zu erfahren, von den Lebenden in aus der Privatheit entrissenen Scheiben, ist etwas anderes, als die Statistiken zu lesen, die von 27 Millionen Toten in der Sowjetunion berichten, davon mehr als die Hälfte Zivilisten."
In der Saison 2029/30 jähren sich Mauerfall und Wiedervereinigung zum vierzigsten Mal. Die Zeit des vereinten Deutschland dauert dann länger als die Zeit der Teilung. Drei Gedenkstättenleiter plädieren in einem manifesthaften Text in der FAZ dafür, Erinnerungspolitik neu auszurichten: Die Nazi- und die SED-Diktaturen sollen gemeinsam in den Blick genommen werden, zugleich sollte die osteuropäische Erfahrung viel mehr vorkommen. Anne Kaminsky von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Uwe Neumärker von der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und Kai-Michael Sprenger von der Bundesstiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte. Die Geschichte Europas im 20. Jahrhundert sei "eine Geschichte doppelter Diktaturerfahrung: Die Gesellschaften Ostmitteleuropas waren nacheinander nationalsozialistischer Herrschaft und kommunistischer Diktatur ausgesetzt. Dieser doppelten Erfahrung gerecht zu werden heißt, die Diktaturgeschichte des Jahrhunderts in ihrer Gesamtheit in den Blick zu nehmen. Das geschieht bislang zu selten. In Deutschland behandeln die einen Institutionen die NS-Verbrechen, die anderen die SED-Diktatur, und beide Stränge laufen kaum zusammen."
Der Historiker Manfred Kittel, Gründungsdirektor der Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung in Berlin, erklärt in der FAZ, warum der Hitler-Stalin-Pakt, obwohl inzwischen Schulbuchwissen, im allgemeinen Gedächtnis immer noch nicht präsent genug ist. Hitler sei zwar der klare Hauptschuldige für den Krieg, aber auch Stalin wollte ihn. Unter anderem habe Stalin darum seine Gespräche mit den Westmächten abgebrochen. Stalin ging "auch davon aus, seine imperialen Träume von Gebieten westlich der den Bolschewiki ab 1918 aufgezwungenen Grenzen im Bunde mit Hitler wesentlich leichter realisieren zu können als durch ein Abkommen mit London und Paris. Längst hatte der Georgier Stalin eine großrussische Identität angenommen. Er baute nach den Erschütterungen des großen Terrors auf die systemstabilisierende emotionale Kraft, die vom Verschmelzen der wenig anziehenden marxistisch-leninistischen Ideologie mit 'patriotischen' russisch-zaristischen Traditionen ausgehen konnte."
Der Historiker Ulrich M. Schmid zeichnet in der NZZ die ambivalente Geschichte der sowjetischen Nahostpolitik-Politik nach. Zwei "Leitentscheide" prägten die Geschichte nachhaltig und widersprachen sich gegenseitig: Stalin erkannte 1948 den israelischen Staat an, Nikita Chruschtschow hingegen sympathisierte mit dem arabischen Nationalismus: "Es gehört zu den Ironien der Geschichte, dass die Sowjetführung das zionistische Ziel eines jüdischen Staats in Palästina unterstützte und gleichzeitig den Zionismus radikal ablehnte (...) Der sowjetische Uno-Botschafter Andrei Gromyko, der später als Außenminister den Spitznamen 'Mr. Njet' trug, sagte für einmal Ja und stimmte einer Zweistaatenlösung für Palästina zu. Stalin nahm den jüdischen Staat in Kauf, weil er von dem geplanten arabischen Staat ausbalanciert würde. Außerdem gewann die Sowjetunion so international an Statur und konnte einen Keil in die britisch-amerikanische Allianz treiben. Allerdings scheiterte der Uno-Teilungsplan am arabischen Widerstand. Der Staat Israel konnte seine Existenz behaupten, nicht zuletzt aufgrund sowjetischer Unterstützung".
Vor 65 Jahren wurde die Berliner Mauer gebaut, 28 Jahre lang hat sie bestanden, die Mauer fiel vor 37 Jahren. Im Gespräch mit der FR schildert der HistorikerMartin Sabrow den Kontext, etwa die volkswirtschaftliche Krise, die zur Entscheidung für die Mauer führte: "Sie zeigte sich drastisch am 1959 beschlossenen Siebenjahrplan, der abgebrochen werden musste, weil er vollkommen unrealistisch war. Infolge der Zwangskollektivierung, die 1960 in ihre letzte Phase eingetreten war, fielen die Ernteausfälle 1960 und auch 1961 dramatisch aus. Viele Bauern waren geflohen, Höfe wurden nicht mehr bewirtschaftet. Das führte zu Lebensmittelknappheit, zu Hamsterkäufen, und das Regime sah sich wirtschaftlich kurz vor dem Ende." Übrigens hatte Ulbricht schon seit Jahren in der Sowjetunion die Idee des Mauerbaus verfochten, so Sabrow: "Als er sie dann bekam, markierte Chruschtschows Zustimmung den Wechsel des Projekts Sozialismus von der Offensive in die Defensive. Sie bedeutete das Ende der Hoffnung, dass sich die DDR-Bevölkerung in der direkten und unmittelbaren Konkurrenz zum Westen zum Sozialismus erziehen ließe."
Ukrainische Nationalhelden sind komplizierte Leute. Christian Thomas versucht der staunenden Leserschaft der FR zu erklären, wer der Kosakenführer "Ivan Mazeppa (1639-1709) oder auch Masepa, ukrainisch jedenfalls Mazepa geheißen", war. Jahrelang diente er dem Zaren treu, doch dann lief er zu den Schweden über, auch weil der Zar die Kosaken und die Ukraine verachtete. "Mazepas Kosakenaufstand 1708, zudem seine Kollaboration mit dem Feind, ist mit solcher Treuepflicht gegenüber einer unabhängigen Ukraine erklärt worden. Überdies dürfte der Nimbus der schwedischen Armee, ihre ungeheure Schlagkraft, den Übertritt schmackhaft gemacht haben - umso überraschender die vernichtende Niederlage von Poltawa, im Juni 1709, einem für Russland wegweisenden Datum, für das von Peter ausgerufene 'Russische Reich', das in der Ukraine eine aggressive Russifizierung exekutierte." In der Frankfurter Oper steht demnächst Tschaikowskis Oper "Mazeppa" auf dem Spielplan, daher dieser Hintergrund.
Bestellen Sie bei eichendorff21!Der Perlentaucherdruckt ein Kapitel aus Christian Buckards kommendem Buch "Café Babylon" ab, eine Geschichte des Romanischen Cafés, das für Berlin so prägend war - und leider auch zeigt, in welchem Grade der einstige Glamour der Stadt verflogen ist. Er war allerdings von vornherein prekär, denn das Romanische Café unter dem Besitzer Bruno Fiering war ein Lieblingsziel der Antisemiten, so Buckard: "Die Tatsache, dass das Romanische Café nun nicht mehr in erster Linie die 'gutbürgerlichen' Gäste beherbergte, sondern zur neuen Heimat der deutschen und internationalen Bohème in Berlin, der erklärten Außenseiter, geworden war, rückte Fiering ins Visier jenes Berlins, das von Kaiser Wilhelm II. geradezu personifiziert wurde: des nationalistischen, antidemokratischen, provinziell-großspurigen, fremdenfeindlichen und antisemitischen Lagers."
Am 20. Juli sollte nicht nur an das 1944 missglückte Hitler-Attentat gedacht werden, sondern ebenfalls an die Absetzung der preußischen Regierung (der sogenannte "Preußenschlag") durch Franz von Papen zwölf Jahre zuvor, schreibt Michael Hesse in der FR und resümiert dazu einen Aufsatz des HistorikersWolfgang Benz. Papens Entscheidung sei wesentlich davon getrieben gewesen, die "Ordnung" in Preußen wiederherzustellen, womit er eine Forderung der NSDAP übernahm und sich dieser andiente - mit den bekannten Folgen. "Benz sagt, das sei 'der Todesstoß für die Weimarer Republik' gewesen. Mit der Entlassung der Regierung habe man das Haupthindernis für die spätere Machtübernahme durch das Bündnis aus Rechtsextremen und Konservativen beseitigt. Benz: So gesehen ist der 20. Juli ein ganz anderer Gedenktag als jener, mit dem er sonst verbunden wird, das Attentat auf Hitler von 1944. Hier steht das Datum für den Verfassungsbruch zwölf Jahre zuvor. Benz warnt: Es helfe nichts, die Postulate der Demokratiefeinde 'um der Wählergunst willen zu übernehmen' - das treibe ihnen nur 'Wasser auf die Mühlen'." Wen oder was er damit genau meint, lässt Hesse allerdings im Dunkeln.
Bestellen Sie bei eichendorff21!In der SZ blickt Thomas Schuler auf die Geschichte des Juristen Martin Löffler, der "bis heute als liberaler Verteidiger der Pressefreiheit und Mitbegründer eines modernen, verfassungsorientierten Presserechts nach 1945" gilt. Löffler verteidigte den Verleger Rudolf Augstein in der Spiegel-Affäre und gewann, ein wegweisendes Urteil für die Pressefreiheit in einer einer Demokratie. Allerdings, die Biografie des Anwalts hat auch eine dunkle Seite, und die wurde lange verharmlost, erklärt Schuler mit Bezug auf den Historiker Daniel Siemens, der sich in einem Buch mit der Geschichte der SA auseinandersetzte: Löffler fungierte bei den Nürnberger Prozessen als Wahlverteidiger der SA: "Löffler sei, als er 1933 ein Rechtsanwaltsbüro eröffnet habe, selbst in die Reiter-SA eingetreten. 'In Nürnberg betrieb er also auch eine Verteidigung in eigener Sache.' Die Protokolle weisen Löffler zudem klar als Verteidiger der SA aus. Er habe die Bedeutung der SA so weit wie möglich heruntergespielt und laut Siemens versucht, 'das Gericht mit Zahlen zu beeindrucken, die niemand verifizieren konnte'. Höchstens zwei Prozent aller SA-Männer, so behauptete er, hätten an 'strafbaren, individuell zurechenbaren Handlungen teilgenommen", während die übrigen 98 Prozent sich "nichts zuschulden kommen lassen hätten'."
Unter dem Pseudonym Boris Klad besucht ein in Moskau lebender Schriftsteller das neu ausgerichtete ehemalige Gulag-Museum in Moskau. Hubertus Knabe hatte neulich in seinem Blog erzählt, dass mit diesem Museum der letzte Erinnerungsort an den Gulag abgewickelt wurde (unser Resümee). Das neue Museum ist aber keines der vielen "Siegesmuseen", die den "Großen Vaterländischen Krieg" preisen, so Klad in der FAZ, sondern soll mit Hilfe von Wachsfiguren und KI-Animationen eine neue Geschichtserzählung präsentieren - die vom "Genozid", der im Zweiten Weltkrieg gegen die Vöker der Sowjetunion begangen worden sei. Zu dieser Erzählung gehört zum Beispiel auch, "dass vor 85 Jahren nicht allein Deutschland die Sowjetunion angegriffen habe, sondern 'praktisch ganz Europa'. Und dass dieselben europäischen Länder, allen voran die 'Angelsachsen', heute wieder eine Offensive gegen Russland führten. Der Zweite Weltkrieg habe das Ziel verfolgt, die Bevölkerung Russlands zu vernichten, erklärt der Museumsführer. Er führt das aber nicht auf die Pläne Hitlers zurück, sondern vergleicht die Geschehnisse der ersten Kriegsmonate mit der 'typisch angelsächsischen Praxis' der Vernichtung indigener Völker."
Bestellen Sie bei eichendorff21!An der Art, wie Todesstrafen in britischen oder deutschen Kolonien exekutiert wurden, lässt sich die Natur kolonialer Gewalt beschreiben, lernt der Afrikahistoriker Andreas Eckert anhand eines Bandes zum Thema, Stacey Hynds "Imperial Gallows - Murder, Violence and the Death Penalty in British Colonial Africa, c. 1915-60". Zu Beginn der Kolonialzeit waren Exekutionen oft öffentlich, um die Bevölkerung zu beeindrucken, so Eckert in der virtuellen Tiefdruckbeilage der FAZ. "Im Verlauf der Kolonialzeit wurde die Bestrafung von Afrikanern, die gegen Gesetze verstießen, jedoch zunehmend nach den Geboten der 'Zivilisation' und 'Menschlichkeit' reformiert. Die strafrechtliche Gewalt selbst sollte zu einer 'zivilisierenden' Kraft werden, die die Afrikaner zu gehorsamen Untertanen formt. Die Strafrechtsreform in den Kolonien war stets eher diskursiv, an ihrer Umsetzung haperte es, und sie erwies sich zudem als weitgehend erfolglos. Während der gesamten Kolonialzeit in Britisch-Afrika blieb das Hauptziel und die Hauptfunktion der Todesstrafe die Abschreckung: Eine Hinrichtung war weniger eine Vergeltung gegen eine einzelne Person, sondern vielmehr eine Art 'didaktische' Maßnahme, die andere davon abhalten sollte, die koloniale Ordnung infrage zu stellen."
Sonja Zekri besucht für die SZ eine Ausstellung in der ehemaligen Villa von Rudolf Höß bei Auschwitz. Sie ist an eine NGO namens "Counter Extremism Project" (CEP) verkauft worden, die Regierungen in Sicherheitsfragen berät und sich gegen Antisemitismus wendet. Sie will aus der Villa, jetzt ziemlich unglücklich "House 88" genannt, eine Bildungs- und Ausstellungseinrichtung machen und hat schon mal mit zwei Ausstellungen angefangen, die Zekri wenig beeindrucken und mit Höß nichts zu tun haben. Laut Zekri ist auch die Historikerin Sybille Steinbacher (mehr hier) nicht glücklich mit den neuen Besitzern. "Die Direktorin des Frankfurter Fritz-Bauer-Instituts ist eine der besten Kennerinnen des Lagers und sagt am Telefon, gerade die Höß-Villa stehe 'wie kein anderer Ort' auf dem riesigen Gelände für 'das Nebeneinander von Normalität und Verbrechen': 'Massenmord und Familienleben waren für Höß und seine SS-Truppe kein Widerspruch, sie gehörten direkt zusammen.' Dies und nichts anderes müsse man in der Höß-Villa zeigen. Es befremde sie, dass das Haus nicht Teil des Museums Auschwitz-Birkenau geworden sei." Offenbar hat niemand dafür Geld zur Verfügung gestellt.
Harald Meller, der Landesarchäologe und Direktor des Museums für Vorgeschichte in Halle, erklärt im FAZ-Interview mit Andreas Kilb, warum er den Sarkophag des Kaisers Otto des Großen (912 bis 973), der im Magdeburger Dom steht, hat öffnen lassen: Der Sarkophag musste repariert werden, um das Skelett nicht zu gefährden. Die Öffnung wird genutzt, um das Skelett zu untersuchen, übrigens mit dem Ergebnis, dass es sich tatsächlich um die Überreste des Kaisers handeln muss. Die AfD hat die Öffnung kritisiert und betreibt anhand historischer Figuren wie Otto eine Renationalisierung der Geschichtsschreibung, gegen die sich Meller wehrt: "Es gibt unter Otto dem Großen kein Konzept von Deutschland. Es gibt kein Konzept eines Heiligen Römischen Reiches. Das kommt alles erst viel später. Otto selbst hätte sich als sächsischen König und römischen Kaiser gesehen." An der Geschichte zu drehen, ist zentral für jedes nicht demokratische Regime, warnt Meller außerdem: "Autokratische Bestrebungen gründen auf falschen Geschichtsbildern. Die können wir wissenschaftlich korrigieren, das ist unsere Aufgabe."
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