Vorgeblättert

Necla Kelek: Glückskind

Ausgewählte Leseproben.
05.08.2026. Die Soziologin Necla Kelek hat sich als Kritikerin eines reaktionären, patriarchalen Islam einen Namen gemacht. In ihrer Autobiografie "Glückskind" erzählt sie, wie ihre Familie Anfang der 1960er aus Anatolien nach Istanbul zog. Die Keleks sind säkulare Muslime, die Atatürk verehren, an die Republik glauben, die Moderne und die Demokratie. 1966 dann zieht die Familie nach Deutschland, ins niedersächsische Bückeburg. Unterstützt von ihrer Familie begegnet Necla, damals neun Jahre alt, der deutschen Gesellschaft von Anfang an mit Neugier. Das geht bis zu Marxismusvorlesungen bei der IG Metall. Hier zwei Leseproben aus dem Buch: Über das Leben in Istanbul und dann in Bückeburg.
Necla Kelek: Glückskind
Aufwachsen zwischen Istanbul und Bückeburg

Verlag Herder, Freiburg im Breisgau 2026, gebunden, 336 Seiten, 24 Euro.

Erscheint am 17. August 2026

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Zum Klappentext: Necla Kelek wächst in einer Zeit großer gesellschaftlicher Umbrüche auf: im Istanbul der 1960er-Jahre, im zentralanatolischen Pınarbaşı und schließlich im niedersächsischen Bückeburg. Ihre Familie träumt von Europa, von wirtschaftlichem Aufstieg und einem selbstbestimmten Leben. 1966 kommt sie als Gastarbeiterkind nach Deutschland. Sie lernt Deutsch, macht eine Ausbildung, engagiert sich in der Gewerkschaft, studiert und wird schließlich zu einer der profiliertesten Stimmen der deutschen Integrationsdebatte. In „Glückskind“ verbindet Necla Kelek ihre persönliche Geschichte mit einem eindringlichen Porträt zweier Gesellschaften im Wandel. Sie erzählt vom säkularen Aufbruch der türkischen Republik und von patriarchalen Traditionen, von der Arbeitsmigration nach Deutschland, vom Leben zwischen familiärer Bindung und individueller Freiheit. Dabei richtet sie den Blick auch auf verdrängte und konfliktbeladene Kapitel: auf den Umgang mit ethnischen Minderheiten, auf Nationalismus und politische Gewalt, auf Frauenrollen, Religion und die wachsende Bedeutung des Islam für die Identität vieler Einwanderer.

Zur Autorin: Necla Kelek wurde 1957 in Istanbul geboren und lebt in Hamburg. Sie hat Volkswirtschaftslehre und Soziologie studiert und wurde zum Dr. phil. promoviert. Kelek hat sich als Menschenrechtlerin und Kritikerin des autoritären Frauenbilds im traditionellen Islam einen Namen gemacht. Ihre Bücher u.a. »Die fremde Braut«, »Die verlorenen Söhne«, »Bittersüße Heimat« oder »Himmelsreise« haben die Debatte um Integration und Islam in Deutschland nachhaltig geprägt. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Geschwister-Scholl-Preis 2005, Mercator Professur, dem Freiheitspreis 2011.

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