Aus dem Englischen
von Hainer Kober. Was macht den Mensch zum Menschen? Generationen von Philosophen haben sich mit dieser Frage befasst. Terry Eagleton macht die Kultur als prägenden Aspekt unseres Menschseins aus und spannt in seiner Analyse den Bogen von Klassikern wie Johann Gottfried Herder und Oscar Wilde bis ins heutige Hollywood. Er zeigt den Verfall der Religion und den Aufstieg und die Herrschaft der "unkultivierten" Massen. Sein Buch ist ein Plädoyer für die Rückbesinnung auf kulturelle Werte und zugleich eine Anleitung, unsere sozialen Beziehungen zu vertiefen und so die Zivilgesellschaft zu stärken.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.01.2018
Rezensent Oliver Pfohlmann reibt sich die Augen, dass einer wie Terry Eagleton die Kultur relativiert. Doch der britische Kultur- und Literaturwissenschaftler setzt Kultur gegen Hunger und den Klimawandel derart gründlich ins Verhältnis, dass Pfohlmann erkennt: Kultur ist nicht der Generalschlüssel für die Gesamtheit der gesellschaftlichen Realität. Wenn Eagleton die blinden Flecken des kulturellen Diskurses und die dem Kulturbegriff schon immer innewohnenden Ambivalenzen aufzeigt, ironisch, sarkastisch, unterhaltsam und anregend, hat der Rezensent nur manchmal den Eindruck, der Autor schieße auf Pappkameraden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.10.2017
Rezensent Magnus Klaue findet Terry Eagleton mutig und naiv, wenn der britische Literaturtheoretiker mit zauberkünstlerischer Selbstverständlichkeit den Begriff Kultur zugleich orientierend und urteilend erfasst. Seine These, wonach Kultur als soziales Unbewusstes fungiert, vermittelt ihm der Autor mit der Differenz zwischen dem praxisorientierten angloamerikanischen und dem wertorientierten deutschen Kulturbegriff im Blick. Wie der Autor immer wieder historisch-materialistisch urteilt, nicht nostalgisch, beeindruckt Klaue. An überraschenden Pointen ist das Buch ohnehin nicht arm, versichert er.
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