CD. Laufzeit: 90 Minuten. Gelesen von Wolf Redl und Jochen Tovote. Literatur, Theater, Philosophie? Alles zusammen! Platon hat den philosophischen Disput zu einer literarischen Kunstform gemacht, seine Anschauungen entwickelt er im Spiel von Rede und Gegenrede. Nur in der konkreten Begegnung zweier Menschen werden, so Platon, die philosophischen Probleme lebendig und kann der Funke zur anderen Seele überspringen. Dramatischer Hintergrund ist der Tod des Sokrates. Man hat ihn zum Tode verurteilt, der Tag seiner Hinrichtung ist gekommen. Ein letztes Mal versammeln sich Freunde und Schüler bei ihm im Gefängnis. Aber warum hat Sokrates keine Angst vor dem Tod? Ist unsere Seele unsterblich? Eine geheimnisvolle Stimmung zwischen Weinen und Lachen öffnet die Anwesenden für die letzten Fragen des Lebens, und eine existentielle Suche nach Antworten kann beginnen. Die vorliegende Aufnahme beruht auf der klassisch gewordenen Inszenierung der Schaubühne Berlin, in der Wolf Redl den Sokrates und Jochen Tovote seine Gefährten darstellen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.06.2010
Von glücklichen Entscheidungen lebt für Lothar Müller die Hörfassung von Platons "Phaidon", die im Zuge einer Aufführung der Berliner Schaubühne 1986 produziert worden ist. Die Schauspieler Wolf Redl und Jochen Tovote, die das Gespräch der Schüler mit Sokrates über die Unsterblichkeit der Seele vortragen, sprechen das Stück nicht als reinen Dialog, sondern heben den Aspekt der Erzählung hervor, indem ihre Stimmen nicht bestimmten Personen, sondern vielmehr Gedanken der Figuren zugeordnet werden, stellt der Rezensent sehr einverstanden fest. So werde der Anfangsdialog zwischen Phaidon und Echekrates von Tovote allein bestritten, in die sich erst später Redls Stimme mit Zitaten von Sokrates hören lässt, erklärt der sehr zufrieden wirkender Müller.
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