Peter Brook

Zeitfäden

Erinnerungen
Cover: Zeitfäden
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1999
ISBN 9783100083081
Gebunden, 320 Seiten, 22,50 EUR

Klappentext

Peter Brook sucht in "Zeitfäden" nach den prägenden Mustern in seinem Leben. So folgen Fragmente von Erinnerungen aufeinander, die den künstlerischen und privaten Weg nachzeichnen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.12.1999

Jan Bürgers Bewunderung für Peter Brook als Persönlichkeit des Theaters ist in dieser Rezension deutlich spürbar. Deswegen fällt es ihm - wie er selbst sagt - auch leicht, über manche Schwäche in Brooks "Erinnerungen" hinwegzusehen. So zeige doch manch "kitschige Metapher" und der gelegentliche "Ton eines Wanderpredigers", dass Brooks Talent als Autor mit seiner Begabung für Inszenierungen nicht ganz mithalten könne. Dennoch enthält das Buch in Bürgers Augen auch sehr gelungene und eindringliche Passagen. Als Beispiel dafür hebt er Brooks Schilderungen von Inszenierungen in afrikanischen Dörfern und seine Entdeckungen des "Goldenen Schnitts" hervor, die er in einer Fischerhütte bei der Lektüre eines Buches von Prinz Matila Ghika gemacht habe.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.1999

In seiner inspirierten, voltenreichen Kritik will Gerhard Stadelmaier, Theaterkritiker der FAZ, dem Autor erst mal "die Schreiberhand küssen". Brook ist nämlich mit ihm der Meinung, daß Autobiografien immer erfundene Geschichten sind. Nachdem der Rezensent sich rückhaltlos zu seiner Sympathie für Brook und dessen Kunst bekannt hat, folgt die unerwartete Einsicht: Das Buch ist langweilig. Stadelmaier ist zwar froh, daß Brook den Leser nicht mit "Badewannen- und Boudoirprosa" behelligt, aber so ein bißchen fehlt sie ihm dann doch. Jedes Ereignis in Brooks Leben sei immer gleich ein Gleichnis für sein Theater. Selbst wenn der Autor über Tourneen in Afrika berichte, über afghanische Derwische, Jeanne Moreau oder Demütigungen in den sadistischen Schulen Englands - noch das Persönlichste komme "sozusagen im Guru-Schneidersitz daher". Wenn der Theatermacher unablässig über "die Grundbedingungen" des Daseins und des Theaters meditiert, nickt Stadelmaier immer wieder zustimmend, bis er schließlich eingeschlummert ist.

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