Aus dem Englischen von Thomas Eichhorn. Mit 40 Abbildungen. William Blake (1757-1827) gilt heute als Überwinder des Klassizismus und Wegbereiter der Moderne. Seine Gedichte und Kupferstiche schöpften aus erschütternden Visionen. Peter Ackroyd stellt in seiner Biografie Leben und Werk dieses exzentrischen Künstlers vor dem Hintergrund einer politisch und kulturell bewegten Zeit dar.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.04.2002
Zu Lebzeiten war der englische Künstler und Dichter William Blake bei den meisten, die ihn kannten, als wahnsinnig verschrien - aber selbst das waren nicht viele. Seine Zeit kam, wie der Rezensent der neuen Biografie, Werner von Koppenfels, formuliert, "gleichsam auf Raten". Peter Ackroyd, der viel gerühmte Biograf schon von Wilde und Chatterton, hat sich nun seiner angenommen und herausgekommen ist, so Koppenfels, ein "kompaktes, glänzend lesbares Buch", das die Beschreibung von Leben und Werk geschickt zu verbinden weiß. Ackroyds Blick auf Blake ist, findet der Rezensent, "bewundernd" und "liebevoll", ohne dass Widersprüche oder Schwächen geleugnet würden. Der Band ist reich bebildert und doch hätte sich Koppenfels noch mehr Illustrationen gewünscht. Auch mit der Übersetzung ist er nur halb zufrieden: zwar lese sie sich "flüssig", neben gelegentlichen Fehlern ist ihm (anders als die "vorzüglich" übersetzte Prosa) jedoch die Übertragung der Gedichte gegen den Strich gegangen: Thomas Eichhorn bringe hier, findet er, "dem Götzen des Reims barbarische Sinnopfer".
Über William Blake weiß Verena Auffermann eine ganze Menge. Und wie es aussieht, hat der Band sein Teil dazu beigetragen. Die Rezensentin jedenfalls ist voll des Lobes für einen Autor, der sich, wie sie schreibt, "große und erfolgreiche Mühe" gegeben hat, diesem Total-Künstler nüchtern und kenntnisreich gegenüberzutreten und ihn weder zu dämonisieren noch anzubeten. Stattdessen nichts als eine durch "zugeneigte Gelassenheit" gekrönte Neugier, die Irrtümer klarstellt. Und lesen lässt sich das auch noch. Auffermanns Bewunderung gilt ausdrücklich dem hier waltenden "Gespür für dramaturgische Steigerungen", ihr Dank gilt einer "flüssigen Übersetzung."
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