Patrick Deville

Taba-Taba

Roman
Cover: Taba-Taba
Bilger Verlag, Zürich 2019
ISBN 9783037620779
Gebunden, 488 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Holger Fock und Sabine Müller. In Taba-Taba verweilt der große Reisende in seinem Mutterland. Er rollt die Geschichte seiner eigenen Familie auf, beginnend mit dem Jahr 1862, in dem die Urgroßmutter als Vierjährige aus Ägypten nach Frankreich kommt, und dem Bau jenes Lazaretts in Mindin, gegenüber von Saint-Nazaire an der Loiremündung, in dem Deville später aufwachsen wird. Mit viel Liebe zum Detail spürt der Autor den Wechselwirkungen zwischen persönlicher und politischer Geschichte nach und fächert vor den Augen des Lesers ein groß angelegtes historisches Panorama auf, das bis in die Gegenwart führt. Eine meisterhafte Erzählung, wie große Ereignisse das Leben der kleinen Leute prägen und durcheinanderwürfeln.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 27.06.2019

Rezensent Jürgen Ritte bewundert, wie Patrick Deville um die Welt reisend Geschichte zu erzählen und zugleich seine Familiengeschichte zu erkunden vermag. Dass sich der Text im Krebsgang zwischen Vergangenheit und Gegenwart bewegt, wie Ritte erklärt, macht dem Rezensenten nichts aus. Was Frankreich ausmacht, zwischen Kolonialgeschichte und Gelbwesten, erschließt ihm der Autor mit Melancholie, Ironie und ausgesuchtem literarischer Stil.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 30.04.2019

Christoph Vormweg kennt Patrick Deville als großen Weltreisenden und schätzt ihn für seine Belesenheit und selbstkritische Befragungen. Auch wenn sich der französische Schriftsteller nun der eigenen Familiengeschichte annimmt, bleibt er ein Spurensucher, versuchter Vormweg, "elegant und präzise formulierend". Der Rezensent verfolgt mit "Taba-Taba" das Sterben der französischen Provinz. Und er erfährt, dass Deville inmitten von besonderen Menschen aufgewachsen ist: Sein Vater war Sänger im Theater einer großen Anstalt für geistig Behinderte in der Nähe von Saint-Nazaire. Devilles Abenteuer in diesem Buch, erkennt der Kritiker, sind "Recherche und literarische Strukturierung".
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