"Ein Mathematiker, der nicht irgendwie ein Dichter ist, wird nie ein vollkommener Mathematiker sein." (Karl Weierstraß, Mathematiker). Im Umkehrschluss betreibt der Lyriker Oswald Egger Grundlagenforschung zu den Wechselwirkungen von Mathematik und Poesie: Er begreift beide als verwandte Denkarten, schlägt in seinen Miszellen "mit heiterem Ernst" den Haken vom Kinderspiel (Himmel-und-Hölle, Finger- und Hüpfspiele etc.) zu Musterbildungen in Geometrie und Text. Sprunghaft (diskret) und stetig zugleich verläuft die Geschichte der Ideen, dieses Buch macht den Weg des Denkens nachvollziehbar: vom Wunderhorn des Volkslieds bis hin zur inneren Metrik von topologischen Räumen der Riemannschen Geometrie.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.01.2009
Mit Respekt, Sympathie und immer wieder stark beeindruckt bespricht Rezensent Paul Jandl dieses Traktat, das er "seines trockenen Titels zum Trotz" auch als "kosmologisch-romantisches Innewerden" empfunden hat. Denn dieser Dichter, der Jandl zufolge schon lange an einer Naturwissenschaft des Schreibens arbeite, liefere hier ein ihn sehr beeindruckendes Exempel für die Erkenntniswege der Literatur. Die heiligen Haine der Dichtung, von den konkreten Poeten bereits entzaubert, erhalten, so Jandl, durch Oswald Eggers Betrachungen ihr Rauschen zurück, in dem er die Dialektik von Sprache und Dichtung durchleuchte, und zwar in einer Prosa von großer Geschmeidigkeit.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.12.2008
Angetan zeigt sich Rezensent Jörg Drews von diesem Traktat über die Zusammenhänge von Poesie und Mathematik, den der Dichter Oswald Egger vorgelegt hat. Zwar hat das Büchlein bei ihm durchaus eine gewisse Verwirrung ausgelöst und so ganz sicher ist er sich nicht, ob er nun alles richtig aufgefasst und verstanden hat. Gleichwohl aber hat er diesen Traktat über Poesie und Mathematik mit Freude gelesen und bescheinigt dem Text eine irritierende Komik. Das Buch belegt für ihn auch, dass über poetische Prinzipien und Muster "verstörender, frischer, befreiter" reflektiert werden könne als nur so, wie "es eben wieder zu den üblichen Gedichten führt".
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