Aus dem Amerikanischen von Juliane Gräbener-Müller und Nikolaus Stingl. Richard Forthrast kann so leicht nichts erschüttern: Quasi aus dem Nichts hat er mit der Schöpfung des Computerspiels T Rain ein millionenschweres internationales Unternehmen geschaffen. Doch er ahnt nicht, was für eine dramatische Kettenreaktion er in Gang setzt, als er seiner Nichte Zula einen Job bei T Rain verschafft. Denn es ist Zulas Freund Peter, der durch einen fatalen Fehler den Rechner eines sehr gefährlichen Mannes mit einem neuartigen Computervirus infiziert. Der Geschädigte sinnt auf Rache und binnen kurzem reißt dieses Missgeschick Zula und alles, was Richard wichtig ist, in einen tödlichen Strudel der Gewalt.
Mit großer Begeisterung hat Gunter Blank auch den neuen Tausendseiter von Neal Stephenson verschlungen, der ihn wie gewohnt mit größter Anschaulichkeit in die komplexesten Welten führte. Diesmal führt der Weg über asiatische Online-Gamer, die spielsüchtige Westler abzocken, in die globale Ökonomie. Die Youngsters entwickeln einen Virus, der leider auch die Geschäfte eines russischen Mafiosi stört und eine heillose Jagd in Gang setzt, von der Hacker, Geheimdienste, Konzerne und Dschihadisten gleichermaßen gestört werden. Blank folgt dieser wilden Jagd mit angehaltenem Atem und freut sich, dass Stephenson mit für den Thriller "das Tor zur virtuellen Welt" aufgestoßen hat.
Na gut, so visionär wie "Snow Cash" oder Diamond Age, so tiefgründig wie "Quicksilver" oder "Cryptonomicon" ist der neue Tausendseiter von Neal Stephenson nicht, räumt Rezensent Michael Brake ein. Aber auch in "Error" mach Stephenson seinem Ruf als Universalgelehrter und Cyberpunk-Ikone alle Ehre. Kern des Buches ist jene Praxis des "Goldfarmings", mit der sich Teenager vor allem in Asien eine goldene Nase verdienen, wie Brake erklärt: Sie verkaufen Status oder Waffen, die sie nach tagelangem Gedaddel bei Online-Spielen wie World of Warcraft gewonnen haben, im echten Leben an finanziell besser, aber zeitlich knapper ausgestattete Spieler. Richard Forthrast, der mit Haschischschmuggel zu Geld gekommen ist, hat dies zum Grundprinzip seines Online-Games T'Rain gemacht. Als aber ein Virus die Geschäfte und vor allem die russische Mafia zu stören beginnt, entwickelt sich eine Action, die den Rezensenten tausend Seiten lang in Atem hielt. Bei Laune gehalten haben Brake aber auch die tollen Frauenfiguren und ein "rechercheintensiver Detailreichtum", die ihm vorführte, dass nicht irgendwelche Deppen die Spiele erfinden, sondern Geologen die Berge mit echter Plattentektonik entwerfen oder die Plots der Spiele von Oxford-Linguisten und Pulp-Autoren entwickelt werden.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Caroline Blackwood: Das Schicksal von Mary Rose Aus dem Englischen von Claudia Voit. Caroline Blackwood, Erbin des Guinness Vermögens und schillernde Figur der Londoner Bohème, hat aus ihrer Herkunft und ihrem Leben keine… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…