Paul Zsolnay Verlag, Wien 2026
ISBN
9783552075948 Gebunden, 176 Seiten, 23,00
EUR
Klappentext
Aus dem Niederländischen von Ruth Löbner. Rensing junior brennt für die Welt der Fleisch- und Wurstwaren, schon als Kind hilft er dem Vater in der Metzgerei. Er will alles moderner und effizienter machen. Noch wichtiger aber ist ihm die Qualität des Fleisches, nur das allerbeste ist gut genug für seine Kunden. Doch genau für diese Kunden fehlt ihm jedes Gespür. Stur versucht er seine Ideale zu verwirklichen, aber als immer mehr Dorfbewohner an seinem Geschäft vorbei zum Supermarkt gehen, wird sein Leben zunehmend zum Kampf eines einsamen Metzgers gegen den Rest der Welt ...
Den "sympathischsten Unsympathen" dieses Bücherherbsts trifft Rezensent Jan Drees bei Manik Sarkar. Dessen Held Rensing junior ist Metzger mit Leib und Seele, das heißt, er hegt eine geradezu obsessive Leidenschaft für sein Fach. Selbst den Körper seiner Ehefrau, der "rührenden" Fleischverkäuferin Jacomine, fasst Rensing mit den prüfenden Händen eines Fleischfachmanns an, lesen wir. Der Kritiker fühlt sich ein wenig an Patrick Süskinds "Parfum" erinnert, allerdings biegt der Roman statt in den Psycho-Horror ins "Workplace-Genre" ab. Die "Hingabe an das traditionelle Handwerk" wird hier gefeiert, im Gegensatz zur Abfertigung der Massenindustrie, erklärt Drees. Aber Jacomine hat irgendwann die Nase voll von ihrem fleischliebenden, aber menschenhassenden Ehemann und läuft Sturm, verrät Drees. Der subtile und "groteske" Humor dieser Novelle weiß den Kritiker durchaus für sich einzunehmen, der mit Staunen auf den ungewöhnlichen Helden schaut. Gleichzeitig ist er dem Autor dankbar, dass dieser nicht versucht, seine Leser zum Vegetarismus zu bekehren, sondern sie lediglich literarisch für sich einnimmt.
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