Aus dem Norwegischen von Ingeborg und Aldo Keel. "Pan" ist ein Roman über das flüchtige Glück weltentrückter Leidenschaft, über Treue, Verrat und das Delirium der Eifersucht. Dem Gott des Waldes gewidmet, verbindet er flirrende Erotik mit der mythischen Aura sinnlicher Erscheinungen. Die 1894 erschienene Romanze besticht durch suggestive, atmosphärisch dichte Erzählkunst.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.08.2009
Ein Leutnant Glahn, über dessen Vorleben man gar nichts erfährt, zieht sich zurück auf eine Hütte in den norwegischen Bergen. Dort lernt er - zwischen schwärmerischen Landschaftsbeschreibungen - Edvarda kennen und lieben, nur liebt sie ihn, auch weil der Vater sich einen ganz anderen als Mann seiner Tochter vorstellt, nicht zurück. Darüber wird Glahn, der zwischendurch mit einer anderen schläft, diese dann aus Versehen jedoch tötet, zum exemplarischen "Neurastheniker" seiner Epoche. Großartig findet es der Rezensent Wolfgang Schneider, dass im Innern der Hamsunschen Figuren "kein psychologisches Lämpchen glüht". Als deutliche Verbesserung wird die Neuübersetzung des Buchs durch Ingeborg und Aldo Keel gelobt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.06.2009
Burkhard Müller hat die Neuübersetzung von Knut Hamsuns 1894 publizierten Roman "Pan" gelesen und ergibt sich etwas perplex den im kurzen norwegischen Sommer wild wogenden Affekten der Protagonisten. Es geht um den Jäger Thomas Glahn, der sich in die Tochter des "Fjordbarons" verliebt und nach einer heftigen Affäre unvermittelt von ihr abgewiesen wird; dafür verbindet sich Glahn mit der Frau des Schmieds, die seinetwegen zu Tode kommt. Jahre später begegnet ihm der Leser in Südindien wieder, wo er einen Mitjäger dazu provoziert, ihn zu erschießen. Soweit die Zusammenfassung des Rezensenten, der klarstellt, dass man in diesem Roman nach einer Entwicklung von Charakteren oder biografischer Plausibilität vergebens sucht. Wichtiger in diesem Buch erscheint Müller die Schilderung eines rauschhaften Sommers, der die Figuren "am Rande des Überschnappens" zeigt. Die Übersetzer Ingeborg und Aldo Keels preist der Rezensent ausdrücklich, weil sie gerade für die Wildheit der Natur eine sehr überzeugende Übertragung ins Deutsche gefunden haben.
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