Herausgegeben von Walter Zimmermann und Marie Luise Knott. "In welchem Käfig man sich auch befindet, man muß ihn verlassen", lautete das Credo von John Cage (1912 bis 1990), dem international bekanntesten experimentellen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Weniger bekannt ist sein literarisches Werk, das gleichberechtigt neben dem musikalischen steht. Cage ließ sich von Erik Satie, Robert Rauschenberg, James Joyce, Merce Cunningham und Marcel Duchamp inspirieren - verwandten Geistern, mit denen er Zeit seines Lebens täglich umging. Indem er seine poetisch-philosophischen Versuche musikalischen Verfahren unterwarf, verwandelte er Vorträge über das Komponieren, über den Zufall oder die Kategorie der Unbestimmtheit in Ereignisse, schwebend, der Festlegung entzogen - nicht anders als die Musik der Absichtslosigkeit, von der er träumte. John Cage als Wortkünstler harrt hierzulande noch der Entdeckung. "Empty Mind" versammelt eine Auswahl poetischer Schlüsseltexte, an denen sich die unerschöpfliche Freude, neue Wege zu gehen, Grenzen zu überschreiten, ablesen lässt.
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