Die unheimliche Verwandtschaft zwischen den neuen Medien und dem kindlichen Gehirn
C.H. Beck Verlag, München 2026
ISBN
9783406844119 Gebunden, 188 Seiten, 26,00
EUR
Klappentext
Für den Common Sense ist klar: Kindheit und digitale Medien vertragen sich nicht - gar nicht. Während wir selbst dem Sog unserer Lieblingsapps kaum widerstehen, debattieren wir über ein Handyverbot an Schulen. Die Dominanz von Smartphones und Social Media im Alltag von Kindern ist erschreckend - aber dabei übersehen wir, warum sie sich überhaupt in einem solchen Ausmaß durchsetzen konnten: Erstmals in der Geschichte der Menschheit steht uns ein Bündel mächtiger Kommunikationstechnologien zur Verfügung, das nicht primär auf Sprache setzt, sondern auf frühkindliche neurologische Dispositionen. Die Wisch-, Zeige- und Touch-Welt ist auf diese Hirnfunktionen beinahe magisch abgestimmt - als hätte das Kind in uns hier eine neue Heimat gefunden.Der Kinderneurologe Florian Heinen erkundet gemeinsam mit dem Digitalphilosophen Jörg Noller das Betriebsgeheimnis der digitalen Revolution: die unheimliche Nähe zwischen dem kindlichen Gehirn und der neuen Technik. Jenseits von Alarmismus und Verharmlosung suchen sie nach neuen Ideen für einen gelingenden Mediengebrauch und nach einem präziseren Verständnis der Risiken, die digitale Technologien für die Kindheit bergen - für die unserer Kinder ebenso wie für jene, die in uns Erwachsenen fortlebt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.10.2026
Was machen Medien mit unserem Gehirn? Eine uralte Frage. Im 18. Jahrhundert wurde gerade jungen Frauen von Romanlektüre abgeraten, weil sie dazu führen könne, dass sie "mit einer Hand" lesen, womit auch Folgen für die geistige Gesundheit assoziiert wurden. Dann kamen die Zeitungen, das Kino, das Fernsehen - und immer wieder wurde gewarnt. In diesem Buch wird die Relation zwischen Handy und Hirn untersucht, aber, so entwarnt Rezensent Werner Bartens, es ist nicht von "hauptamtlichen Kulturpessimisten" verfasst, sondern nur von Autoren, die sich mit Hirn und der Relation von Hand und Hirn auskennen und darum zum Schluss kommen, dass das Smartphone nicht von ungefähr so gut in der Hand liegt und sogar von Kleinkindern so intuitiv bedient werden kann. Sie plädieren nicht für schwarze Pädagogik, so Bartens, nicht für Überwachen und Strafen, sondern für einen "aufgeklärten Umgang mit den Geräten", und da kann der Rezensent sie nur unterstützen.
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