Bill Beverly

Dodgers

Roman
Cover: Dodgers
Diogenes Verlag, Zürich 2018
ISBN 9783257070378
Gebunden, 400 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Hans M. Herzog. Nichts ist für die Figuren dieses Romans erstaunlicher als der Umstand, noch am Leben zu sein. 'Dodgers' beginnt in einem Drogenviertel von L.A. Die Helden: der sensible East, sein schießwütiger Bruder Ty, der Gamer Michael und der dicke, clevere Walter. Nach einer Razzia müssen sie fliehen, quer durch die usa, einen Mordauftrag im Gepäck. Doch die vier Möchtegernkiller sind Teenager und noch nie aus L.A. rausgekommen. Es ist eine gefährliche Reise, bei der fast alles schiefgeht, ermöglicht von einem Gangster, der einem der Jungen eine Zukunft geben will.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.11.2018

"Die Zeiten ändern sich, die Romane werden schwärzer." Mit diesem Satz beendet Rezensent Tobias Gohlis seine Kritik zu Bill Beverlys mit zwei Daggers ausgezeichneten Roman "Dodgers" und er meint es natürlich im doppelten Sinne. Die vier Hauptprotagonisten sowie fast alle Nebenfiguren sind schwarz. Vor allem aber ist die Handlung in diesem Roman schwärzer als schwarz: Vier Jungs, von denen bisher keiner die Volljährigkeit erreicht hat, werden zu Mördern nachdem ein ruchloser Drogenboss sie beauftragt hat, einen Richter umzubringen, dessen Aussagen ihm gefährlich werden könnten. Als sie ihre Aufgabe erledigt haben, ist das Kartell jedoch bereits zusammengebrochen und die vier Teenager sind von nun an auf sich gestellt. Kein Happy End von Bill Beverly. Und kein Wort der Wertung von Tobias Gohlis, auch wenn der letzte Satz auf die Trauer eines Krimilesers schließen lässt, der sich an optimistischere Zeiten - und Krimis - erinnert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 06.11.2018

Sylvia Staude scheint faszininert von Bill Beverlys Debütroman von 2016. Wie der Autor, Spezialist für die Lebensgeschichten Krimineller, die Geschichte des schwarzen Dealers East erzählt, ohne Effekthascherei und Klischees, dafür mit poetischer Genauigkeit und Dichte, schlank und treffend, findet sie fesselnd und sehr lesenswert. Es geht um Rassismus, die Abwesenheit von Liebe und die Fähigkeit des abgehärteten jungen Protagonisten genau hinzuschauen. Wer das unpassende Cover mit den weißen Beinen verzapft hat, fragt sich Staude allerdings schon.

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