
07.10.2026 Die FAZ erlebt Wolf Biermann in seinen Tagebüchern und Gedichten als ewigen Dissidenten voller Kummer, Witz und Wut. Die FR blickt mit Annette Mingels in das Innere eines silbernen Zelts, das in einer kleinstädtischen Villengegend auftaucht. Die Welt vertieft sich in H.G. Adlers Studie "Der verwaltete Mensch" über die Shoah. Dlf bekommt bei Franz-Maria Sonner einen unterhaltsamen Einblick in die Gedankenwelt Gottfried Wilhelm Leibniz'. Dlf Kultur verfolgt mit Jill Lepore den Siegeszug der Maschinen.

06.10.2026 Die FAZ lässt sich von Stefan Rinke die Geschichte der amerikanischen Interventionen in Lateinamerika erzählen. Die NZZ vertieft sich beeindruckt in die Autobiografie der iranischen Frauenrechtlerin und Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi. Die SZ empfiehlt den Lebensbericht einer anderen mutigen Frau: Rosa Parks. Die taz freut sich über Hendrik Bolz' Roman "Aus Ruinen", ein Generationenpsychogramm der Millenials.

05.10.2026 Die NZZ lässt sich Emmanuel Carrères Familiengeschichte als Panoptikum des 20. Jahrhunderts erzählen. Die FAZ geht mit den jungen Helden aus Belinda Bauers Krimi auf Jagd nach den seltenen Eiern der Trottellumme. Mit Jess Walter konstatiert sie die tiefen Brüche in der amerikanischen Gesellschaft. Die taz empfiehlt historische Berlin-Krimis von Horst Evers und Anne Stern. Die SZ sieht in Sylvester Stallones Biografie ein gutes Gegenmittel zur selbstoptimierenden Manosphere. Und die Welt versucht mit Manuel Bittorf im Berliner Westen heimisch zu werden.

02.10.2026 Der
Dlf empfiehlt wärmstens
Selim Özdogans Roman "Ihr kriegt uns hier nicht raus" über eine kurdisch-alevitischen
Gastarbeiterfamilie in Köln Anfang der 80er Jahre. Die
FAZ versucht
mit zwölf Autoren die
tschechische Welt "Jenseits von Prag" zu erkunden, scheitert jedoch. Mit deutlich mehr Erfolg lernt die
FR mit
Tash Aws findigem Roman "Der Süden" von den gesellschaflichen Spannungen in
Malaysien. Die
NZZ folgt hingerissen der Autobiografie
Sylvester Stallones bis zu dessen Duchbruch als Rocky. Die
taz kurvt um
Dana Vowinckels "Anton und Alma", weiß aber nicht, wo sie andocken soll. Erste Notizen zur
FAZ-Literaturbeilage
finden Sie hier, darunter zum Aufmacher, der
Lutz Seilers "Das tickende Herz" gewidmet ist.

01.10.2026 Die FR muss etwas schlucken, ob des Zynismus, aber Kerstin Preiwuß' Gedichtband "Rodeo" imponiert ihr als makabre Abrechnung mit einer allgemeinen Abstumpfung angesichts von Krieg und Gewalt "einmal Südhalbkugel einmal Nordhalbkugel". Die Zeit fragt sich, warum so viele Leser Dörte Hansens Romane über "traurige Figuren auf traurigen Bauernhöfen" lieben: Weil Resignation auch was Tröstliches hat? Es fehlt ihnen halt "der Wille, etwas an der objektiven Fatalität zu ändern", würde Adorno sagen, der sich in "Aberglaube aus zweiter Hand" dem Zeitungshoroskop widmet.